Under Armour SpeedForm Fortis im Running Zuschi Test

Komfort, Stabilität und trotzdem Lauffreiheit – so lautet das Verkaufsversprechen des neuen Under Armour SpeedForm Fortis. Die Lauffreiheit musste ich natürlich ausprobieren – sowohl auf asphaltierten, als auch unbefestigten Pfaden…. und unterzog sie dem Running Zuschi Test.

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Passform

Under Armour entwickelte in den letzten Jahren die innovative SpeedForm Technologie, die es ermöglicht, dass sich der Schuh an den jeweiligen Fuß anpasst. Für den Wohlfühlfaktor sorgt unter anderem der sockenähnliche Innenschuh, der mit einer nahtlosen Fersenkappe den hinteren Fußteil umschließt.

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Außerdem gibt es keine Innensohleneinlage, Nähte oder ähnliches, die scheuern könnten. Ein Herausrutschen der Innensohle – so wie es Eluid Kipchoge beim Berlin Marathon widerfahren ist – kann dir mit diesem Modell nicht passieren.

Kipchoge Schuh

Als Obermaterial werden zwei extrem leichten und atmungsaktiven Materialien eingesetzt, die durch ein hauchdünnes, leistungsstarkes Klebeband im Mittelfußbereich miteinander verbunden sind. Hab keine eine Sorge, es ist sehr gut verarbeitet und es kann sich nicht ablösen. Bei feuchten Verhältnissen nimmt das Material die Nässe nur minimal auf und es dauert nicht lange, bis der gesamte Schuh wieder gänzlich trocken ist.

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Ich legte auch einige Kilometer im unwegsamen Gelände zurück, wo ich auch Büsche und Gehölz streifte. Das Obermaterial blieb intakt und riss an keiner Stelle auf.

Angenehm nachgebendes Gewebe

Daher ist dieses Modell vor allem für Läufer, die einen eher breiteren Vorderfuß haben – oder sogar mit einer Hallux Zehe kämpfen- angenehm zu tragen. Das gilt auch für das ebenfalls auffällig dünne Material im Fersenbereich. Der Vorteil dieser Aufmachung: Der Fuß kann noch freier arbeiten. Aber: eine anatomisch geformte Fersenkappe aus leichtem Kunststoff, die an der Außenseite angebracht ist, sorgt für eine unterstützende Stabilisierung. Beim Laufen selbst spürte ich diese Unterstützung überhaupt nicht und beim Einsteigen in den Schuh gibt sie nach.

Dank der eingesetzten Materialien ist der Schuh auch sehr leicht. Das Herren Modell wiegt gerade einmal 240 Gramm, das weibliche Pendant 190 Gramm.

Laufgefühl

Besonders stolz ist Under Armour auf die Mittelsohle des SpeedForm Fortis – und das können sie meiner Meinung nach auch. Sie lässt ein hohes Maß an Flexibilität im Vorfußbereich zu. Ich spüre alle Unebenheiten und mein Fuß kann gut darauf reagieren. Gleichzeitig ist die Sohle gut geschützt – Steine oder sonstige Gegenstände können nicht durchdringen. Und die Sohle ist mit Querrillen versehen. Im Gegensatz zu anderen Modellen, die solche Rillen haben, sind jene des SpeedForm Fortis sehr eng und es bleiben maximal Gräser darin hängen.

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Doch dem nicht genug: Das Material der Mittelsohle aus Charged Foam kann als eine „Eierlegende Wollmilchsau“ bezeichnet werden. Durch den Einsatz einer zweiten Schicht aus Micro G verfügt der SpeedForm Fortis sowohl über eine ausgezeichnete Dämpfungseigenschaft, wie auch über eine erwünschte griffige Vortriebsmöglichkeit.

Konkret: Natural Running Anhänger spüren genau, was unter ihrem Fuß passiert, können ihn tatsächlich frei arbeiten lassen und ihre eingesetzte Kraft gut beim Abdruck umsetzen. Gleichzeitig bietet er aber auch eine sanfte Dämpfung, die extreme Stoßwirkungen ausgleicht. Diese Eigenschaft macht diesen Schuh vor allem für Ein- bzw. Umsteiger interessant. Denn sie können dieses schnelle Gefühl spüren, ohne auf einen kleinen Schutz verzichten zu müssen.

Unterstützend für den guten Vortrieb ist auch die 8mm Sprengung, die den Läufer in eine gute Vorwärtshaltung bringt (vorausgesetzt, die stabilisierende Rumpfmuskulatur ist vorhanden!)

Die Sohle selbst hat auf Asphalt einen guten Grip und sie hält auch relativ gut auf feuchtem Untergrund. Was die Haltbarkeit der Sohle angeht: nach über 250 Kilometern sieht sie noch passabel aus. Aber – wie du auf dem Bild erkennen kannst, ist das Profil schon empfindlich abgerieben.

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Optik

Den Schuh gibt es als Herren Modell in vier unterschiedlichen Farben, das Damen Modell wartet mit drei Farbvarianten auf. Zusätzlich gibt es noch für jedes Geschlecht eine Night Variante, die mit Reflektoren versehen ist.

Der Fortis Night Damenschuh Credit: under armour

Running Zuschi’s Fazit

  • Ein leichter Schuh, der mich das Laufen im wahrsten Sinne des Wortes spüren lässt. Du fühlst den Untergrund und kannst ihn gleichzeitig gut für dein schnelles Vorankommen einsetzen.
  • Er lässt viel Bewegungsfreiraum – für den ganzen Fuß bei seiner Arbeit, aber auch im Bezug auf seine Passform, denn gerade breite Vorderfüße finden angenehmen Platz.
  • Durch das intensive Spüren verringerte sich auch die jeweilige Einsatzzeit des Schuhs pro Lauf. Was kurz heißt: ich kann nur max. 70-80 Minuten darin laufen. Bei längeren Läufen ermüden meine Füße.
  • Ich empfehle diesen Schuh somit für kurze schnelle Läufe – somit durchaus auch für Wettkämpfe (so man diese Art von Schuhen gewohnt ist! Und darin auch geübt hat)
  • Long Jogs würde ich darin nicht machen… aber ich gehe davon aus, dass dies nicht die Grundidee von Under Armour war.
  • Wenn du diesen Schuh intensiv einsetzen möchtest, empfehle ich dir zudem zusätzlich an deiner Fußmuskulatur und auch Rumpfmuskulatur zu arbeiten, denn der SpeedForm Fortis fordert nicht nur deine Füße, sondern deinen ganzen Körper.
  • Nach meinen Läufen im Gelände und auf Asphalt würde ich ihn dir mehrheitlich für das klassische Straßentraining empfehlen.
  • Spannend ist, wie lange die Sohle hält, denn bereits nach knapp 300 Laufkilometern ist sie schon empfindlich abgenützt.

Im Handel kostet der Schuh € 120,– (Night Version: € 130,–) Bestellen kannst du ihn unter anderem direkt im Under Armour Online Shop.

Fotocredit: Horst von Bohlen 

6 Gedanken zu „Under Armour SpeedForm Fortis im Running Zuschi Test“

  1. Danke für den Test. Ich habe den SpeedForm Apollo und den SpeedForm Gemini eine Weile gelaufen und war von beiden Modellen wenig angetan. Den Verzicht auf die Innensohle finde ich noch am innovativsten – das hat was und trägt zu einer guten Passform bei. Auch die schnelle Abnutzung der Außensohle kann ich bestätigen – der Apollo ist nach 100 Km “durch” – für einen Laufschuh ein Witz. Ich hatte überlegt, den Fortis auch zu probieren, aber das erspare ich mir nach deinem Test. Insgesamt denke ich, dass es UA schwer haben wird, sich als Laufschuhanbieter auf dem europäischen Markt zu etablieren.

    1. Hallo Henrik! Gerne 🙂
      Ja, es liegt noch ein Weg vor der Under Armour Truppe.
      Doch wenn ich einen Schuh mit viel Platz brauche, dann greife ich derzeit zum Fortis.
      Danke dir auch für deine Erfahrungen… immer wieder ein Gewinn!
      Alles Gute und bis bald

  2. Guter Bericht, ich laufe auch den Fortis und war doch sehr überrascht vom Schuh. Die Fersenkonstruktion, welche mich anfangs wirklich stutzig machte, stellte sich als äußerst bequem heraus und auch die Dämpfung und Flexibilität bewegen sich auf hohem Niveau.

    Viele Grüße Patrick

    1. Lieber Patrick,
      ja – dieser Schuh hat seine Vorzüge 🙂 Schön zu lesen, dass du dich darin so wohl fühlst!
      Weiterhin viele schöne Kilometer!
      Running Zuschi

  3. Als jemand der den Gemini 2 außer sein Gewicht betreffend (das gerne 30 Gramm niedriger sein dürfte) für so ziemlich das beste an Laufschuh hält was ich je gelaufen bin (ich muss dazu sagen dass ich recht schwer bin und eine weder harte nochw eiche Dämpfung, viel Grip und perfekter Sitz mir den Gemini schmackhaft gemacht haben) habe ich auch den Fortis als “freiere” Variante erworben.

    ich mag sein Laufgefühl und seinen Sitz, aber nach nichtmal 30 (!!) gelaufenen Kilomtern lösen sich die äußeren vorderen weißen Gummis schon regelrecht auf! DAS kann so doch nicht normal sein, doer (mein Gemini zB sieht nach gut über 130km an der ohle noch fast neu aus)…..

    1. oje – das klingt nicht wirklich gut. Wenn dem so ist, würde ich ihn umgehend zu Under Armour einschicken! bzw. mit dem Kundenservice customerservice.at@ underarmour.com Kontakt aufnehmen!
      Lass mich bitte wissen, was rausgekommen ist!
      Alles Gute und viel Spaß beim Laufen

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